Kooperationsveranstaltung zum Weltfrauentag 2019

12.03.2019

Zum Weltfrauentag fand unsere Kooperationsveranstaltung mit dem Eine Welt Forum und der Volkshochschule Aachen am 12. März in der Volkshochschule statt.

Wir stellten die Amnesty-Kampagne „Mut braucht Schutz“ vor. Sie befasst sich mit einem entscheidenden Bestandteil der internationalen Amnesty-Arbeit: Tag für Tag setzen sich Frauen weltweit für ihre Rechte und die Rechte anderer ein. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass Menschenrechtsverletzungen ans Licht kommen. Doch wer sich für Menschenrechte engagiert, wird zunehmend überwacht, diffamiert, durch repressive Gesetze behindert – manchmal sogar ermordet.       Allen, die in ihrer Arbeit Benachteiligung und Gefährdung riskieren, gilt die Kampagne „Mut braucht Schutz“.

Zwei Länder waren unsere Schwerpunkte:

Saudi-Arabien: Das Königreich ist weit davon entfernt, Männern und Frauen gleiche Rechte einzuräumen. Wer sich gegen diese ungerechte Politik wehrt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Das haben im Mai 2018 auch vier Menschenrechtlerinnen erfahren müssen, die sich für ein Ende der männlichen Vormundschaft und für eine Aufhebung des Frauen-Fahrverbots einsetzten. Loujain al-Hathloul, Samar Badawi, Iman al-Nafjan und Aziza al-Youssef sind Aktivistinnen einer Kampagne, die seit gut 25 Jahren das Ziel hat, Frauen mehr Rechte zu verschaffen – und deswegen ließ die saudi-arabische Regierung sie inhaftieren. Diese vier mutigen Frauen befinden sich seit fast zehn Monaten ohne Anklage hinter Gittern, weil sie die frauenfeindliche Haltung des saudi-arabischen Königshauses kritisiert und sich friedlich für Frauenrechte eingesetzt haben. Nur wenige Tage nach den Festnahmen verkündete Kronprinz Mohammed bin Salman, dass Frauen ab Ende Juni den Führerschein machen dürfen. Doch freigelassen wurden die vier dennoch nicht.

Türkei: Eren Keskin ist vieles: Rechtsanwältin, Trägerin des Aachener Friedenspreises (2004) und des Amnesty-Menschenrechtspreises (2001) und mutige Streiterin für die Opfer sexualisierter Gewalt in der Türkei und für die Meinungsfreiheit. Seit mehr als 20 Jahren hilft sie Frauen, die in Haft vergewaltigt oder anderen Formen sexueller Folter unterworfen wurden. Nun überzieht die türkische Regierung die 59-Jährige mit weit mehr als 100 Gerichtsver-fahren. In ihrer jahrzehntelangen Karriere wurde sie wiederholt bedroht, körperlich angegriffen, angeklagt und verurteilt. Aber sie lässt sie sich nicht einschüchtern, sondern kämpft unbeirrt weiter für Menschenrechte.

Auf eine musikalische Reise durch Südamerika nahmen uns Juan Pablo Raimundo und seine Band La Folklorica mit und ernteten großen Beifall.

Schauspielerin Annette Schmidt begleitete den Abend mit lyrischen Texten von Autorinnen aus aller Welt, die teilweise sehr berührten, dann wieder wachrüttelten.

15 bis 20 Teilnehmende gelten als Erfolg bei der VHS-das haben wir mit rund 25 Gästen übertroffen, der Raum war gut gefüllt.

Alle Kooperationspartner waren sich einig, und auch die Rückmeldungen bestätigen: Es war eine gelungene Veranstaltung mit wichtigen Informationen, toller Musik und gekonnt vorgetragener Lyrik.

31. März 2019